Ja, es soll sich was tun bezüglich der Rennerei auf dem Karlsweg im sonst so beschaulichen Heiligkreuz. Vor Wochen waren sogar unweit des Kindergartens Maternus mobile Geschwindigkeitsanzeigen aufgebaut. Wie lustig besonders die durchbrausenden Autofahrer aus Richtung Sportplatz da in die Eisen gingen, weil sie dann doch viel zu schnell unterwegs waren.
Es war eine Pracht. Leider ist es eine vergangene.
Nun sind die Messstationen wieder abgebaut und Ruhe und Rasen ist erneut eingekehrt. Von der vom Ortsbeirat angestrebten Verengung am Fußgängerüberweg unweit des Kindergartens ist noch nichts zu sehen. Gut Ding braucht eben Weil.
In Trier mahlen Mühlen halt langsam.
Die Idee für die Verkehrsberuhigung geht auf eine Initiative von Eltern des Kindergartens zurück. Die hatten sich an den Ortsbeirat gewandt mit der Bitte, etwas gegen das schnelle Fahren zu unternehmen. Beispielsweise durch einen Rückbau der Fahrbahn auf eine stadtteilverträgliche Breite oder durch Schweller. Dieser Idee wurde von allen Mitgliedern im Ortsbeirat für gut befunden.
So weit, so gut.
Nun steht in einer Heiligkreuzer Wahlkampf-Zeitung der SPD zu lesen, dass in Wirklichkeit alles ganz anders zu sein scheint. Laut Faltblatt soll so etwas wie eine Überquerungshilfe installiert werden, die „auf unsere Initiative“ vom Ortsbeirat beschlossen worden sei.
Aha.
Da wird sich doch wohl niemand fremde Federn leihen, um sich im Wahlkampf damit zu schmücken? Das wäre schade.
Es stimmt, dass ein kundiger Sozialdemokrat den Vorschlag machte, den Karlsweg mittels einer Vorrichtung enger zu machen. „Nur noch“ vier Meter breit soll die Straße sein. Das ist dann wohl eine stadtteilverträgliche Breite. Vielen Dank für den Vorschlag. Eine Initiative ist das nicht. Es ist ein Lösungsvorschlag für ein Problem. Eine Initiative ist es, eine Herausforderung zu erkennen und darauf aufmerksam zu machen. In diesem Fall das zu schnelle Autofahren..
Ehe die Eltern kamen hat jedenfalls niemand im Rat so recht für Raserei interessiert.
Halt, stimmt nicht.
Im bereits mehrere Jahre alten Stadtteilrahmenplan steht drin, dass als einer der wichtigesten Projekte der Karlsweg verkehrsberuhigt werden soll. Das hatte jedoch offensichtlich der Rat vergessen. Da steht auch etwas von Tempo 30 drin. (, was ja nach Auskunft eines sozialdemokratischen Ortsbeiratsmitglieds gar nicht erlaubt ist. Wobei der Beweis für die Richtigkeit dieser Aussage noch anzutreten wäre.)
Und was lernen wir daraus?
In Sachen Raserei und Verkehrssicherheit am Kindergarten St. Maternus ist die Frage, was zuerst da war, geklärt: Da mag das sozialdemokratische Ei noch so gackern. Die Eltern-Henne gab es schon vorher.